﻿Die Windows-Programmierung gibt es seit der Version Windows 1.0, die im Jahr 1985 vorgestellt
wurde. Die Windows-Programme basieren seitdem auf Fenstern. Die Programmierung von Fenstern
wird auch GUI-Programmierung genannt (für Graphical-User-Interface-Programmierung). Damit
ist eine Interaktion zwischen Mensch und Maschine gemeint, die auf einer grafisch gestalteten
Oberfläche basiert (im Gegensatz zur Konsolenanwendung). Besonders wichtig ist dabei auch
der Einsatz eines Zeigegerätes wie der Maus. Die Windows-Programmierung geschieht über eine
Schnittstelle, die so genannte API (Application Programming Interface). Diese Schnittstelle bietet
alle Funktionalitäten, um ein Windows-Programm zu entwickeln. Die Funktionen der API sind in den
Programmiersprachen C und Assembler geschrieben und damit sehr systemnah und schnell. Die
direkte Windows-Programmierung nur mit der API ist durchaus möglich, aber relativ komplex. Eine
Verbesserung bei der Windows-Programmierung bot eine objektorientierte Klassenbibliothek, die
MFC (Microsoft Foundation Classes). Diese Bibliothek wurde 1992 mit den ersten Microsoft C/C++-
Compilern ausgeliefert. Im Laufe der Jahre wurde die Bibliothek erweitert und ist auch heute noch
ein Standard bei der Windows-Programmierung. Seit der Markteinführung des .NET-Framework
gibt es eine weitere Alternative für die Windows-Programmierung – und zwar die Programmierung
mit der Klassenbibliothek Windows-Forms. Das .NET-Framework kapselt die API und bietet eine
objektorientierte Variante der Windows-Programmierung an. Die grundlegende Neuentwicklung
der .NET-Technologie bringt auch für die Windows-Programmierung einige Vorteile im Vergleich
zur konventionellen Windows-Programmierung. Neben der Windows-Programmierung mit Forms
gibt es seit dem Betriebssystem Vista und dem .NET-Framework 3.0 eine weitere Bibliothek, die
Windows Presentation Foundation (WPF). Im Gegensatz zu Windows-Forms-Anwendungen,
die beispielsweise auch unter Windows 98 lauffähig sind (vorausgesetzt, das .NET-Framework ist
installiert) sind WPF-Anwendungen nur ab Windows XP mit Service Pack 2 lauffähig.